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ätherische Öle- allgemeine Informationen

Die Gewinnung von ätherischen Ölen

Ätherische Öle können durch verschiedene Verfahren, wie etwa durch das Destillationsverfahren, Extraktions-, als auch durch das Expressionsverfahren gewonnen werden. Bei der Destillation werden die ätherischen Öle durch Wasserdampfdestillation oder durch Wasserdestillation gewonnen. Durch diese Methode werden nicht nur ätherische Öle, sondern auch Hydrolate hergestellt. Die Freisetzung der ätherischen Öle erfolgt durch das Aufquellen der Pflanzenteile durch heißes Wasser oder Wasserdampf, welche mit dem Dampf nach oben steigen. Darauf erfolgt die Abkühlung, wobei sich die ätherischen Öle auf dem Wasser ablagern und von der Wasseroberfläche abgeschöpft werden können. Ein Nebenprodukt ist das Hydrolat, welches nach dem Abschöpfen der ätherischen Öle von der Wasseroberfläche entsteht. Hierbei befinden sich Spuren des ätherischen Öles und flüchtige wasserlösliche Bestandteile der Pflanzen in dem überbleibenden Wasser. Durch eine Wiederholung dieses Vorganges kann die Wirksamkeit als auch der Geruch erhöht werden. Nach der eigentlichen Destillation werden die ätherischen Öle belüftet und ohne Verschluss gelagert, um anschließend einige Wochen in einem gut belüfteten und gekühlten Keller zu ruhen, um seine charakteristischen Dufteigenschaften völlig entfalten zu können.

 

Im Extraktionsverfahren werden größere Duftmoleküle einer Pflanze mit Hilfe von flüchtigen Lösungsmitteln extrahiert. Durch dieses Verfahren kommt der Geruch der Ursprungspflanze besser zur Geltung als bei einem destillierten Öl. Ein sehr schonendes Extraktionsverfahren stellt die Enfleurage dar, die aber aufgrund ihrer aufwendigen Anwendung und hohen Kosten heute kaum noch gemacht wird. Hierbei werden Blüten mit der Hand auf dünn mit Fett bestrichenen Glasplatten gelegt, welche zwölf Stunden kühl und dunkel gelagert werden. Dieser Vorgang wird bis zu 36- Mal wiederholt, wodurch sich die Duftstoffe lösen und durch Alkohol aus dem Fett herausgelöst werden.

 

Die Expression ist ein sehr schonendes Verfahren und dient ausschließlich zur Gewinnung von Agrumenölen. Diese Öle werden von den Schalen der Zitrusfrüchte Orange, Mandarine, Grapefruit, Bergamotte, Zitrone und Limette hergestellt. Dieses Verfahren ist eine mechanische Kaltauspressung, wodurch die Schalen diverser Früchte schonend ausgepresst werden und daraus das Öl gewonnen wird.

 

Qualitätskriterien ätherischer Öle

Um eine gute und sichere Anwendung von Aromaölen zu gewährleisten muss das ätherische Öl 100% naturrein sein. Des Weiteren sollte jedes Fläschchen mit einer Chargennummer, sowie mit dem Herstellungs- oder Haltbarkeitsdatum versehen sein.

Es gibt drei wichtige Qualitätsprüfungen die ein hochwertiges ätherisches Öl bestehen soll. 

  1. Die sensorische Prüfung, also der Duft, der Geschmack, die Farbe und die Konsistenz des Öles.
  2. Zusätzlich ist die chemische Qualitätsanalyse mittels unterschiedlicher Messverfahren notwendig, um einzelne Inhaltsstoffe als auch eventuell synthetisch beigemengte Öle, zu erkennen.
  3. Zuletzt werden die physikalischen Daten durch die physikalische Qualitätsanalyse erfasst. Hierzu zählen das spezifische Gewicht, der Lichtbrechungsindex, als auch die Löslichkeit und die optische Drehung.

 

Die Information auf dem Etikett des ätherischen Öles soll über Qualität, Anbau und Reinheit Auskunft geben. Unter anderem wird der botanische und deutsche Name, Angaben über die Pflanzenteile, das Herkunftsland, die Art des Pflanzenanbaus, das Gewinnungsverfahren, das Verdünnungsverhältnis (z.B. mit Jojobaöl oder Alkohol), die Mengenangabe in Millilitern, die Chargennummer, der Firmenname, die Gefahrenstoffzeichen laut EU- Verordnung, Verwendungs- und Sicherheitshinweise (z.B. „Zur Raumbeduftung“) beschrieben.

 

Wirkmechanismen ätherischer Öle

Der Wirkmechanismus äthersicher Öle ist sehr breit gefächert und wirkt sich auf den gesamten Organismus aus. Nicht nur auf der körperlichen Ebene haben ätherische Öle einen Einfluss, sondern auch auf das psychische Gleichgewicht, auf die Regulation der Balance des Körpers, als auch Körper, Geist und Seele, sowie seelische Ausgeglichenheit .

 

Die Aufnahme ätherischer Öle kann auf verschiedenen Wegen in den Körper erfolgen. 

  • über die Nase (Inhalation, Raumbeduftung)
  • über die Haut (Massage, Einreibung, Bad, Kompressen)
  • über die Schleimhäute (Zäpfchen rectal oder vaginal, Tampons vaginal)
  • über den Mund (Nahrung, Tropfen, Kapseln, Inhalation) 

 

Sicherer Umgang mit Aromaölen

Um einen sicheren Umgang mit ätherischen Ölen zu gewährleisten ist es wichtig, über die Haltbarkeit und Lagerung ätherischer Öle gut informiert zu sein.

Es gibt drei Arten ätherischer Öle:

 

  • Hochempfindliche ätherische Öle, die unter anderem kaltgepresste Zitrusschalenöle oder Nadel-/ Teebaumöle sind, haben eine kurze Haltbarkeit von ca. 1- 1,5 Jahren ab der Erstöffnung.
  • Mittelempfindliche ätherische Öle, welche aus Gräsern gewonnen werden oder auch Gewürzöle sein können, können bis zu 2- 3 Jahren nach Anbruch verwendet werden.
  • Langlebige ätherische Öle, die aus Blättern, Hölzern oder Wurzeln gewonnen werden, sind länger haltbar und können zwischen 3- 8 Jahre nach dem Öffnen verwendet werden.

Alle ätherischen Öle sollten kühl (aber nicht im Kühlschrank), luft- und lichtgeschützt gelagert werden.

 

Vor jeder Anwendung ist ein Hautverträglichkeitstest empfehlenswert.  Es werden zwei unterschiedliche Tests in der Praxis angewendet.

Der Schnelltest wird auf der Innenseite des Ober- oder Unterarmes aufgetragen. Nach 3 Minuten erfolgt eine Hautkontrolle, wobei bei einer starken Rötung das Aromapflegeprodukt nicht angewendet werden darf.

Im Unterschied dazu werden bei dem Verträglichkeitstest bei bekannt sensibler Haut weitere Hautkontrollen nach 24 und 72 Stunden durchgeführt, um eine eventuelle Allergie erkennen zu können.

 

Bei einer auftretenden Hautreaktion ist die Anwendung mit ätherischen Ölen sofort zu beenden und bei 

Verschlechterung sowie Anhalten der Symptomatik ein Arzt hinzuzuziehen. 

 

Anwendungsformen

Ätherische Öle können in verschiedenen Formen angewendet werden. Hierzu zählen die Raumbeduftung, Waschungen, Bäder/ Teilbäder, Wickel und Kompressen, Hautpflege, sowie Einreibungen und Streichungen. Die Raumbeduftung kann durch „Duftfleckerl“, Duftlampen, Raumsprays oder elektrisch betriebene Geräte, wie z.B. Thermoduftstein oder Aromavernebler, ausgeführt werden. Bei Waschungen, sowie Bädern/ Teilbädern, muss ein Emulgator verwendet werden, damit sich die ätherischen Öle mit dem Wasser verbinden können. Als Emulgator können Vollmilch, Sahne, Meersalz, Honig, natürliche Seifengrundlage oder Kleie dienen.

Wickel und Kompressen werden zur Entspannung von Muskeln und Körper, zur Schmerzlinderung sowie psychischen Entspannung angewandt und haben weiters auch eine schleimlösende, entblähende und schlaffördernde Wirkung.

Zur Hautpflege kommen Mischungen aus fetten Pflanzenölen und ätherischen Ölen zur Anwendung und können 1- 3mal täglich aufgetragen werden. 

 

Kontraindikationen

Die von mir angegeben Öle und Ölmischungen dienen als Anregung und Anwendung für Erwachsene (wenn nicht ausdrücklich anders beschrieben!). 

Vor allem bei Kleinkindern und Schwangeren sollten bestimme ätherische Öle vermieden werden.

Bitte halte vor der Anwendung ätherischer Öle Rücksprache mit deinem Arzt oder deiner Hebamme.

 

Wichtig ist, dass ätherische Öle erst nach der 14. Schwangerschaftswoche angewendet werden.

 

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